Akademie für Kostenkiller?
Kosten killen hört sich immer gut an. Gut ist es jedoch nur, wenn dabei nicht mehr kaputt als gut gemacht wird.
Zu den vielen schon vorhandenen Akademien hat sich nun eine neue gesellt: eine Akademie für Leute, die Kosten abbauen wollen. Sollen hier Mitarbeiter lernen, wie sie externen Beratern die Butter vom Brot nehmen? Ja, genau das ist das Ziel.
Die Frage, die sich jeder stellen wird: Kann ich das nicht auch ohne Akademie? Und – was kann ich schon kaputtmachen? Das gute Verhältnis zu Kunden? Sinkt mit den Kosten vielleicht die Qualität? Was sagt der Chef, wenn es selbst gemachte Probleme gibt? Ist es doch besser, sich über Hintergründe und Fallstricke aufklären zu lassen? Und die vielleicht wichtigste Frage: Was habe ich als Mitarbeiter davon?
Und – wozu haben wir einen Einkauf? Der wirds schon richten! Quasi als Hausarzt. Oder brauchen wir doch Fachleute?
Ich denke, das sind wichtige Fragen, die jeder für sich selbst beantworten sollte.
Dietmar Laubscher
Diesen Beitrag per E-Mail weiterempfehlen
AKAIK you’ve got the aswner in one!
Wissen teilen bedeutet Wissen vervielfachen. Wer sich mit Kostenmanagement im Unternehmen beschäftigt, stößt schnell auf Zweifel und Ablehnung, was ja eigentlich verwundern sollte (… ich oute mich als Kostenmanagement-Fan). Der Einkauf fühlt sich schnell auf den Schlips getreten. Vielleicht hilft ein Vergleich mit einer ganz selbstverständlich genutzten Institution: Jedes Unternehmen hat jemanden für die Buchhaltung. Kein Buchhalter, den ich kennengelernt habe, hat am jeweiligen Steuerberater gezweifelt und gegen diesen angearbeitet. Vielmehr konnte ich hier Teamplay erleben: Versierte Buchhaltung setzt auf das Spezialwissen des Steuerberaters, Ziel erreicht. So stelle ich mir vor, dass eine Akademie für Kostenmanagement die MA im Unternehmen fitter macht, um am Ende in relevanten Projekten erfolgreicher mit dem mit Spezialwissen ausgestatteten Berater zusammenzuarbeiten.
Frankly I think that’s aboslutely good stuff.
Kostenmanagement stellt einen ja schon vor ein ziemliches Problem. Einerseits kann man verstehen, dass die Firma Kosten sparen muss u. will. Aber man kommt dadurch doch auch ganz schön unter Druck. Die denken ja, man hätte rein nix auf der Pfanne, wenn man im Einkauf arbeitet. Und extra ein Seminar belegen, das sind auch wieder Kosten, da kuckt die Chefetage auch wieder schief, auch wenn man sich da wünscht, dass man intern den externen Berater erstzen können sollte. Wnn der eine Vorredner Fan ist, super, aber wir im Einkauf stehen ganz schön unter Druck. Selbst wenn ich den Vergleich mit dem Steuerberater zum Teil nachvollziehen kann, kann das dann auch mein Chef? Ich habe da so meine Zweifel. Und was ist eigentlich mit meinen guten Kontakten, die ich mir aufgebaut habe? Seminare hin oder her, die sind doch dann Pfutsch oder?
Lieber Herr Ernst L.,
die guten bisherigen Kontakte sind laut Auskunft der Akademie eher hilfreich. Die Chefs
sind nun mal wie sie sind: der eine kann es gänzlich nachvollziehen, der andere weniger. Das gute Ergebnis und auf Dauer einen Fachmann im Haus sollte schon dafür sprechen.
Beste Grüße
Dietmar Laubscher