Die notleidende Autoindustrie ist dankbar, die Autokäufer sind glücklich und sogar die Grünen freuen sich. Unerwartet gibt es noch einen weiteren Gewinner: den Finanzminister!
Der Abwrackprämie in Höhe von 1,5 Milliarden Euro stehen Steuereinnahmen von 1,98 Milliarden aus zusätzlicher Mehrwert- und Gewerbesteuer gegenüber (Daten des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe ZDK). Die ganze Sache ist so erfolgreich – es liegen derzeit 423.000 Bestellungen für Neu- oder Jahreswagen vor – dass der Topf bis Ende März möglicherweise erschöpft ist.
Das ist ein Paradebeispiel für intelligentes Kostenmanagement: die Gewinne aus der Maßnahme sind höher als die Kosten. Hat Frau Merkel da vielleicht etwas von unseren Strategien abgekupfert?
Vor diesem positiven Hintergrund – auch Arbeitsplätze werden sicherer – ist es unverständlich, weshalb die Regierung sich so ziert, die Laufzeit zu verlängern und den Abwracktopf aufzustocken. Oder ist es nur Taktik, um Druck auf die Käufer auszuüben? Erste Regierungsmitglieder geben zu, dass über eine Verlängerung nachgedacht wird.
Spaßverderber gibt es auch schon: der positive Umwelt- und Klimaeffekt aus dem eingespartem CO2 der Altautos soll durch die Produktion von Neuwagen wieder zunichte gemacht werden. Insgesamt wäre die Klimabilanz sogar schlechter.
Und die Autoverwerter jammern, dass der Schrott fast nichts mehr wert sei. Tatsächlich hat der Markt für Stahlschrott im Vergleich zum März 08 um mehr als die Hälfte nachgegeben.
Wie dem auch sei: wer sich mit Unterstützung der Abwrackprämie ein neues Auto zulegen will, sollte sich lieber heute als morgen entscheiden.
Dietmar Laubscher
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