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Aktueller Aufschwung gefährdet

27. September 2010

Mehrbelastungen werden den aktuellen Aufschwung deutlich belasten, wenn nicht sogar ganz abwürgen. Der Umfang aller geplanten gesetzlichen Abgabenerhöhungen auf Energie ist beispiellos und dürfte nicht wenigen energieintensiven Unternehmen massive Probleme bereiten.

Die EEG-Abgabe wird weiter steigen. Neueste Prognosen erwarten für das Jahr 2011 eine Erhöhung des EEG-Satzes von derzeit 2,047 Ct/KWh auf 2,70 bis über 3 Ct/KWh. Dies würde eine Verdoppelung der Belastung gegenüber dem Jahr 2009 bedeuten und hätte für Unternehmen mit einem Jahresstrombedarf von ca. 1 Million KWh eine Mehrbelastung von ungefähr 10.000 Euro netto pro Jahr zur Folge.

Das Bundeskabinett hat am 1. September den Entwurf zum Haushaltbegleitgesetz 2011 beschlossen. In den Artikeln 6, 7 und 8 ist eine massive Reduzierung der Entlastung bei der Strom- und Energiesteuer für produzierende Unternehmen enthalten.

Der Beschluss sieht eine Erhöhung des ermäßigten Stromsteuersatzes von derzeit 1,23 auf 1,64 Ct/KWh zum 1. Januar 2011 vor. Weiterhin soll die Entlastungsmöglichkeit durch den Spitzenausgleich (§ 10 StromStG und § 55 EnergieStG) in zwei Stufen reduziert werden: Von heute maximal 95 auf 73 Prozent in den Jahren 2011 und 2012. Darüber hinaus soll der Sockelbetrag für den Spitzenausgleich bei der Stromsteuer von 512,50 auf 2.500 Euro pro Jahr erhöht werden.

Für verschiedene energieintensive Unternehmen habe ich eine Verdopplung bis Verdreifachung der effektiven Energiebelastung für das Jahr 2011 gegenüber der aktuellen Gesetzeslage ermittelt.

Persönlich sehe ich die geplante Gesetzesreform sehr kritisch. Kleine und mittlere Unternehmen werden aufgrund der deutlich erhöhten Sockelbeiträge und der Mindestanforderung von mehr als 10 Mio. KWh Jahresstrombedarf für eine EEG-Härtefallregelung gegenüber größeren Unternehmen massiv benachteiligt.

In verschiedenenen ergieintensiven Branchen wären kleine und mittlere Unternehmen nicht mehr konkurrenzfähig und es dürfte in einigen Bereichen eine deutliche Marktkonzentration bis zur Oligopolbildung geben.

Weiterhin werden die papier- und die aluminiumverarbeitende Industrie verstärkt ins Ausland abwandern.

Die zweite und letzte Beratung im Bundesrat ist für den 26.11.10 vorgesehen. Die betroffenen Industrien und der BDI versuchen in gemeinsamer Lobbyarbeit die geplante Mehrbelastung zu verringern.

Michael Koch

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Neuer Mindestlohn in Abfallwirtschaft

30. August 2010

Gewerkschaften und Abfallwirtschaftsverbände wollen Mindestlohn nicht nur fortsetzen, sondern sogar erhöhen.

Wenn alles wie geplant umgesetzt werden kann, soll der Mindestlohn ab 1. November 2010 um 22 Cent auf 8,24 Euro steigen.

Nach meiner Einschätzung einer faire Sache, da  z. B. die Gebäudereiniger schon immer einen höheren Mindestlohn erhalten haben. Bleibt zu hoffen, dass die üblichen Verdächtigen nicht in letzter Minute (16.09.10) noch querschiessen.

Dietmar Laubscher

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Negative Strompreise?

21. Juli 2010

Überschüssige Energie an der Leipziger Strombörse EEX zu verkaufen, ist teilweise sehr schwierig. Es genügt nicht einmal, sie Pumpwasserwerken zur Energiespeicherung gratis zu überlassen. Denn die wollen Geld und so ergeben sich negative Strompreise.

Bei Rohstoffen geht man davon aus, dass es keinen negativen Preis geben kann. Wenn Strom im Überschuss erzeugt wird, müssen Abnehmer gefunden werden, auch wenn diese nur geringe Preise oder garnichts zahlen.

Das Problem ist, dass große Strommengen nicht gespeichert werden können (so große Akkus gibt es nicht). Erzeugung und Verbrauch müssen einander entsprechen, sonst ist die Stabilität des Netzes gefährdet. Die derzeit einzige Möglichkeit, doch eine Speicherung zu erreichen, sind Pumpwasserkraftwerke. Dort wird das Wasser durch Nutzung des überschüssigen Stroms in die Höhe gepumpt und später – wenn der Bedarf größer ist – mittels rücklaufender Wasserkraft wieder in Strom umgewandelt.

Die Speicherung mittels Pumpwasserkraftwerken hat in Deutschland aufgrund des Ausbaus von alternativen Energien stark zugenommen, da Sonnen- und Windenergie nur schwer vorher sehbar sind.

Die Stromkonzerne werden durch negative Strompreise nicht belastet. Sie holen sich die Kosten gesetzeskonform vom Verbraucher zurück, indem sie die Ausgaben später auf die Umlage für erneuerbare Energien (EEG-Abgabe) draufschlagen.

In Zukunft erwartet der Energieexperte Manuel Frondel vom Rheinisch-Westfälischen Institut (RWI) häufiger negative Strompreise.

Durch den Ausbau von Offshore-Anlagen wird in Zukunft die Stromerzeugung aus Windkraft steigen. Leider hinkt der Ausbau der Stromnetze im Binnenland der Installation neuer Windkraftanlagen deutlich hinterher.

Obwohl die Bundesregierung für diesen Herbst ein Energiekonzept angekündigt hat, lassen mich die sehr widersprüchlichen Äußerungen vermuten, dass außer großen Absichtserklärungen nichts Konkretes dabei herauskommen wird.

Die Zeche für die fehlende Koordinierung und Konzeptlosigkeit werden wie üblich die Verbraucher zahlen müssen.

Michael Koch

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Verstoß gegen Mindestlohn jetzt Straftat

09. Juli 2010

Bisher wurde ein Verstoß gegen die Mindestlohnregelung als Ordnungswidrigkeit gesehen, ab sofort ist es laut Landgericht Magdeburg eine Straftat.

Unternehmen, die die allgemein verbindlichen Mindestlöhne unterlaufen, müssen zukünftig statt mit Bußgeld mit Freiheitstrafen bis zu fünf Jahren oder Geldstrafen rechnen.

In der Regel wird der höchste Repräsentant, also Geschäftsführer oder Vorstand, in die Haftung genommen. Der Betroffene gilt dann als vorbestraft. Damit wird ein neues Kapitel im Kampf gegen Lohndumping aufgeschlagen.

Falls das Urteil rechtskräftig wird, erlangt es eine bundesweite Bedeutung.

Dietmar Laubscher

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Vorsicht bei Energietarif-Rechnern

22. Juni 2010

Energietarifrechner wie beispielsweise verivox sind eine gute Möglichkeit für Haushaltskunden und kleinere Gewerbeabnahmestellen, sich einen Marktüberblick zu verschaffen. Dennoch empfehle ich vor allem gewerblichen Abnahmestellen diese Portale kritisch zu prüfen.

Verivox wurde zwar von der Stiftung Warentest mit 1,1 bewertet (Ausgabe 09/2008),  erhält aber wie andere Energietarifrechner eine Vermittlungsgebühr von den Versorgern. Für Strom-Sondervertragsabnehmer mit einem Jahresstrom > 100.000 kWh und Gasabnehmer mit registrierender Leistungsmessung > 1,5 Millionen kWh sind diese Vermittlungsgebühren sehr hoch, so dass in aller Regel durch eine individuelle Ausschreibung deutlich bessere Konditionen erzielbar sind.

Weiterhin sind die aufgeführten Tarifkonditionen für Privathaushalte und kleinere Gewerbekunden nicht vollständig. Da einige Versorger nicht mit verivox zusammenarbeiten, werden deren Tarife auch nicht veröffentlicht. Diese bieten aber teilweise sehr interessante Konditionen an.

Weiterhin gibt es Versorger, die bei Privatkunden eine Vorauszahlung für ein Jahr verlangen. Persönlich sehe ich dies sehr kritisch: Im Falle einer Insolvenz des Versorgers erfolgt zwar eine Aushilfslieferung durch den Grundversorger, so dass die Liefersicherheit auf jeden Fall gegeben ist. Allerdings kann der einzele Energieabnehmer dann statt Kostenersparnis einen erheblichen finanziellen Schaden erleiden und muss mit einem zusätzlichen Verwaltungsaufwand rechnen.

Bei einer Internetrecherche sollte man als Verbraucher daran denken, dass Energietarifrechner keine gemeinnützigen Portale sind, sondern dass diese Eigeninteressen haben, die sicherlich nicht immer im Einklang mit den Verbraucherinteressen stehen.

Michael Koch
http://www.diekostenmanager.de/m-koch

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Umweltkatastrophen bleiben ohne Reaktion der Berufsumweltschützer

28. Mai 2010

Weder der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull noch der Ölaustritt vor der Küste der USA sind den hiesigen Umweltverbänden eine Stellungnahme wert.

Der Vulkanausbruch in Island hat zeitweise den Flugverkehr lahmgelegt – und wohl auch die Wahrnehmung der Umweltschützer. Wo sind die Katastrophenszenarien, wo die Meldungen über Gesundheitsbelastungen durch Asche und Staub, wo die CO2-Mengen, die unserem Klima endgültig den Garaus machen werden?

Die Umweltbelastungen sind sehr wohl da, werden aber einfach nicht kommuniziert!

Auch die Medien hatten nur die Verluste und Ausfallkosten der Fluggesellschaften und Airports in Höhe von 5 Milliarden Dollar auf dem Rader. Der Öffentlichkeit wurden nur noch die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen auf die Reisebranche mit Kostenberechnungen von 100 Millionen Dollar mitgeteilt.

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass die Naturschützer keinen Konzern anzeigen und an den Pranger stellen können. Oder sollte der Eyjafjallajökull – umweltpolitisch korrekt – CO2-frei ausgebrochen sein?

Dietmar Laubscher

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Anpassungsfähigkeit – in der Krise noch wichtiger!

08. Februar 2010

Muss man ein bengalischer Tiger sein, um sich neuen Gegebenheiten anpassen zu können? Unternehmen können von der Tierwelt viel lernen.

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Die Natur macht es uns vor: auch an tropisches Klima gewöhnte Tiere passen sich innerhalb kürzester Zeit ihrer Umwelt an.

Diese Fähigkeit geht offenbar vielen Unternehmen ab. Sie reagieren zu spät auf neue Bedingungen des Marktes und treffen keine, falsche oder zu späte Entscheidungen.

Ich meine, Mitarbeiter - zum Beispiel aus Vertrieb oder Buchhaltung – sollten nicht auf Maßnahmen ihrer Geschäftsleitung warten, wenn sie erkennen, dass die Geschäftsentwicklung in die falsche Richtung läuft. Besser ist es, offen mit einem leitenden Angestellten zu sprechen. Sie tun nicht nur ihrem Unternehmen, sondern auch sich selbst damit einen großen Gefallen.

Denn es haben laut Creditreform allein in 2009 mehr als 34.000 Unternehmen Insolvenz anmelden müssen.

Wie sagt man so treffend: “Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!”

Dietmar Laubscher

http://www.trust-competence.de/partner/laubscher

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Bußgeld bis 500.000 Euro bei nicht eingehaltenem Mindestlohn!

03. Februar 2010

Zollämter prüfen stichprobenartig auch ohne konkreten Verdacht die Einhaltung des Mindestlohns von 8,02 Euro pro Stunde.

Nachdem seit 1. Januar 2010 der Mindestlohn auch in der Abfallwirtschaft gilt, werden Unternehmen dieser Branche neben anderen, wie beispielsweise aus der Mietwäsche- und Gebäudereinigungsbranche, verstärkt kontrolliert. Der Zoll geht davon aus, dass bei jedem fünften Betrieb Unregelmäßigkeiten beim Mindestlohn vorliegen.

Da Geldbußen bis 500.000 Euro verhängt werden können, tun sich Arbeitgeber keinen Gefallen, wenn sie den Mindestlohn ihren Mitarbeitern vorenthalten. Das Bußgeld wird in jedem Fall die betriebswirtschaftlichen Kosten der Lohnanpassung überschreiten.

Auch kann der Auftraggeber haften, wenn er niedrige Konditionen akzeptiert hat, die auf Verweigerung des Mindestlohns basieren. Der Zoll geht dann von einer Absprache zum Nachteil der Mitarbeiter aus.

Mitarbeiter, denen der zustehende Mindestlohn nicht gezahlt wird, sollten ihren Arbeitgeber auf die oben genannten Folgen aufmerksam machen. Im Bußgeldfall ist ihr Arbeitsplatz eher in Gefahr als bei einer korrekten Entlohnung.

Dietmar Laubscher

http://www.trust-competence.de/partner/laubscher

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Kann Atomstrom als Ökostrom verkauft werden?

10. Dezember 2009

Nach dem Verbraucherportal verivox ist für etwa 15% der privaten Verbraucher die Entscheidung im Stromkauf maßgeblich von ökologischen Gesichtspunkten abhängig.

Es gibt eine Vielzahl von Stromerzeugungs-Zertifikaten, davon ist das RECS-Zertifikat (Renewable Ernergy Certificate System) am meisten verbreitet. Das RECS ist ein in zur Zeit 24 europäischen Ländern eingeführtes Handelssystem, welches von den größten europäischen Energie-Handelsgesellschaften gegründet worden ist. Aber das RECS-Zertifikat wird zum Teil sehr kritisch gesehen, weil der Handel mit Zertifikaten vom physikalischen Strom getrennt wird.

So wird es ermöglicht, das regenerativ erzeugter Strom, für den sich kein Ökokunde findet, als normaler Strom verkauft und statt dessen an anderem Ort und Zeit normal erzeugter Strom als Ökostrom angeboten wird.

Ich sehe beim RECS-System ein Glaubwürdigkeitsproblem, weil zur Zeit regenerativ erzeugter Strom in Europa nur umverteilt wird. Ein Großteil der regenerativ erzeugten Strommenge wird aus Wasserkraft erzeugt. In 2008 war dieser Anteil höher als die Nachfrrage nach Ökostrom. Daher ist der Preis der Zertifikate relativ niedrig.

So kann ein Versorger beispielsweise kostengünstig Atomstrom an der Strombörse einkaufen und mit Hilfe von RECS-Zertifikaten in “Ökostrom” umwandeln.

Ich empfehle allen, die Ökostrom einkaufen und somit den Ausbau erneuerbarer Energien förden wollen, kritisch die Ökostrom-Zertifizierung zu prüfen. Ansonsten wird unter Umständen mit einem oft nicht geringen Aufpreis der “Status Quo” unterstützt und das Gegenteil von dem erreicht, was gefördert werden sollte.

Möglicherweise kaufen dann Klimaschützer und Umweltbewußte den von ihnen abgelehnten Atomstrom als Ökostrom ein. Ob sie das wirklich wollen….?

Michael Koch

http://www.diekostenmanager.de/koch

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Opel und die Milchbauern

05. November 2009

Was haben Opel und die Milchbauern gemeinsam? Sie arbeiten in einem Segment, das durch Überproduktion gekennzeichnet ist. Subventionen verschieben den notwendigen Kapazitätsabbau zu Lasten des Gesamtmarkts in die Zukunft.

Es war zu erwarten und irgendwie auch logisch: ein global aufgestellter Konzern wie General Motors braucht den europäischen Markt – und selbstverständlich die Umsätze und Gewinne von hier!

Aus amerikanischer Sicht ist das Halten von Opel strategisch wichtig und richtig. Nachdem die Konzernmutter wieder Boden unter den Füßen hat, war nach der langen Hängepartie diese Entscheidung zu erwarten.

Ob Magna oder GM die Arbeitsplätze abbaut, ist letztendlich gleichgültig. Und – nicht ganz zu unrecht spekuliert das GM-Management mit den Zuschüssen und Bürgschaften, die Magna zugesagt wurden. Auch wenn sich jetzt alle politischen Kreise empören, die Gewerkschaften ihre Lohnverzichtszusagen zurücknehmen – wenn es hart auf hart kommt, werden doch alle wieder einknicken, ist doch die Angst vor der Insolvenz zu groß.

Nach meiner Einschätzung muss sich die Automobilbranche auf jeden Fall gesundschrumpfen (siehe auch den Beitrag vom 17.11.08 “Die Schattenseite der Subventionen” unter Soziale Verantwortung), tausende von Arbeitsplätzen werden verloren gehen, Standortschließungen sind ebenfalls zu erwarten. Ein Unternehmen muss Gewinn machen (da kommen die begehrten Steuern her), die Arbeitsplatzsicherung ist nirgends auf der Welt ein Unternehmenszweck.

Wunschdenken hilft nicht weiter – die Arbeitnehmer bei Opel müssen sich auf harte Zeiten einstellen. Auch wenn es die neue Regierung vehement bestreitet: ich glaube, die Zeche zahlen wir alle, sei es mit höheren Sozialabgaben oder höheren Steuern.

Dietmar Laubscher

http://www.trust-competence.de/partner/laubscher

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