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Tendenz zeigt weiter nach oben – Wie Unternehmen gegensteuern könnenBild Hochspannungsleitungen im Sonnenuntergang

Seit 14. Oktober steht fest: Die EEG-Umlage wird 2017 auf 6,88 Cent steigen. Auch bei den Netzentgelten geht es zum Teil erheblich hoch mit den Preisen. Ein Ende ist vorläufig noch nicht in Aussicht. Wie können Unternehmen der Mehrbelastung begegnen? Energieexperte Michael Koch von Trust & Competence kennt Wege.

Mitte Oktober fiel die Entscheidung über die EEG-Umlage für 2017: Mit einem Zuschlag von gut 0,5 Cent pro Kilowattstunde steigt der Preis auf nunmehr 6,88 Cent. Strom wird dementsprechend teurer. Und das, obwohl – oder gerade weil – die Herstellungskosten weiter gesunken sind. Die EEG-Umlage ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Marktpreis an der Strombörse und dem Vergütungspreis für den Strom, den die Anlagenbetreiber erhalten.

Doch nicht allein die EEG-Umlage ist für den Preisanstieg verantwortlich. Auch andere gesetzliche Abgaben und Umlagen werden aller Voraussicht nach im Kalenderjahr 2017 steigen. Dazu zählen die Umlage nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG), die Umlage nach der Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV), die die Entgelte für den Zugang zu Elektrizitätsversorgungsnetzen bestimmt, oder die Offshore-Haftungsumlage nach § 17f EnWG, die Schadensersatz durch verspäteten Anschluss von Offshore-Windparks an das Übertragungsnetz an Land oder durch langdauernde Netzunterbrechungen leistet.

Ebenso stehen teils erhebliche Preiserhöhungen der Übertragungsnetzbetreiber für deren Netzentgeltanteil ins Haus. Auch diese wirken auf den Strompreis ein. Vier Übertragungsnetzbetreiber gibt es in Deutschland. Das Unternehmen Tennet, zu deren Einzugsgebiet etwa die Hälfte der Haushalte in Deutschland zählt, rechnet mit etwa 80 Prozent Preisanstieg für 2017. Auch die drei weiteren Netzbetreiber 50Hertz, Amprion und TransnetBW erhöhen die Preise.

Ein Ende des Preisanstieges für Strom ist laut der Energie-Initiative Agora Energiewende kurzfristig noch nicht in Sicht. Die Experten schätzen den nächsten Schritt der Erhöhung auf 7,1 bis 7,3 Cent pro Kilowattstunde Strom. Weiterhin werden die Anforderungen für eine EEG-Ausgleichsregelung sowie den messtechnischen Nachweis für einige Strom- und Energiesteueranträge deutlich erhöht.

Unternehmen mit einem entsprechenden Verbrauch können ihren Strom direkt an der Strombörse kaufen und damit in aller Regel günstige Konditionen aushandeln. Doch die anstehenden Preisanstiege werden die Budgets belasten. Wie können Unternehmen dennoch gegensteuern?

„Energie zählt innerhalb der Beschaffung im Unternehmen zu denjenigen Themen, bei denen in aller Regel noch Potenziale ausschöpfbar sind.“, weiß Michael Koch, Energieexperte bei Trust & Competence. „Ein erster Schritt ist es, bestehende Verträge unter die Lupe zu nehmen und zu optimieren. Darüber hinaus gibt es Ausgleichsmöglichkeiten sowie Strom- und Energiesteuererstattungen als weiteres Feld, in dem zumeist Optimierungen möglich sind.”

Die zu erwartenden zusätzlichen Belastungen aus der Stromkostenerhöhung lassen sich auf diesem Wege zwar abmildern. Die Beschaffungsexperten von Trust & Competence raten ihren Kunden jedoch, die Beschaffung im Unternehmen umfassend zu optimieren, um Belastungen wie aus der Strompreiserhöhung weiter abzufangen. So untersuchen sie nicht nur den Einkauf von Energie auf Potenziale hin. Sie durchleuchten den gesamten indirekten Einkauf im Unternehmen. Wer hier konsequent optimiere, so Michael Koch, der könne drohende Verluste wie in der aktuellen Situation kompensieren oder sogar bei gleichem Budget zusätzliche liquide Mittel für Investition und Innovation freisetzen.